Bergfinder am „Lago di Garda“

Es gibt bekanntlich kein schlechtes Wetter, sondern nur schlechte Kleidung! Nach diesem Motto wollten wir doch nicht vorgehen, als wir den Wetterbericht zum Zeitpunkt der geplanten Herbstausfahrt über die Großglockner- Hochalpenstraße zur Kenntnis nehmen mussten. Schneefall und Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt waren dann doch nicht so das wahre….

Ab in den Süden oder  „Gardasee wir kommen!“ war für 10 Bergfinder angesagt.   In Torbole hatten wir kurzfristig mit dem Hotel Torbole  eine  passende Unterkunft gefunden.

Schade, dass nicht allen Teilnnehmern der geplanten Herbstausfahrt die Reise an den Lago die Garda möglich war. 

  (Torbole am Gardasee – aus Richtung unsers Hotels gesehen)
Torbole - Ort

Rückblick:

Tag 1 (Mittwoch):

Den Nachmittag unseres Anreisetages wollten wir natürlich gleich zum Aufwärmen nützen. Es ging von Torbole entlang des Sees erstmal gemütlich nach Malcesine runter. Was dann kam, war nicht mehr so gemütlich. Es ging zuerst auf den Passo Campiano und dann zur Mittelstation  der „Monte Baldo – Seilbahn“ nach San Michele rauf. Die ersten 5 km bis zum Pass waren mit ca 8-10 Prozent ja noch erträglich. Der erste Blick am Abzweig am Pass macht dir aber sogleich ersichtlich, was dich auf den folgenden knapp 2 Kilometern erwartet. Es sind 3 Rampen mit 20, 24 und 25 % Steigung, ehe man die knapp 550 Höhenmeter hinter sich hat. Ich sag nur: „Es war mit dem Rennrad schon grenzwertig,  es war zum ….“. Wieso kam ich als „Eingewöhnungsfahrt“ nur auf diesen Anstieg? 🙂 Jetzt fällts mir wieder ein…. es sollte was für ‚Bergfinder“ sein.So nebenbei gesagt, manch einer hat ja eh noch eine Rechnung mit San Michele offen :-)!

Bilanz: 55 Km, 650 Hm

„auf San Michele“
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Tag 2 (Donnerstag):

Sichtlich wurden Hannes und Willi durch die Auffahrt nach San Michele inspiriert. Sie hatten für Tag 2 zufällig in einem Infofolder den Giro dei tre Passi  entdeckt. Von Hannes wurde die Strecke dann zu vorgerückter Stunde noch am Laptop auf GPSies geplant. Weil sein Zimmerkollege Gerhard angeblich beim Ansagen der Streckenpunkte eingeschlafen ist, hat Hannes gleich noch einen Pass dazugeplant. Nächsten Tag gab es dann sozusagen als Morgengabe von Hannes die GPX-Datei für unsere Garmins.

Die Strecke führte uns über Riva auf den Basso Ballino (760 Hm)  rauf. Diesen kannten wir ja vom Vorjahr schon, als wir die Trans Alp fuhren. Weiter ging es dann in nordwestlicher Richtung zum Passo Duron (1000 Hm), denn wir  über schöne kleine Dörfer auf wenig befahrenen Straßen erreichten.

(Am Duron)
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Nach der Abfahrt war unser nächstes Ziel der Ort Spiazzo. Von dort aus ging es dann auf schmaler Straße auf den Passo Daone (1300 Hm)  rauf. Dieser Pass hatte es auf den  knapp 800 Aufstiegsmetern in sich. Die durchschnittliche Steigung liegt um die 10-12 %. Ausser am letzten Kilometer gab es aber kein annähernd flaches Stück zum „Ausrasten“.

Nach diesen 3 Pässen und etwa 2250 Höhenmetern wollten wir dem Wunsch von Hannes nach Pass Nummer 4 nicht mehr so richtig nachkommen und fuhren die Kurzvariante über Arco Richtung Torbole zurück.  Dies war auch gut so, denn so erwischte uns ein „Spritzer“ von oben nur noch auf den letzten Kilometern. Es reichte aber, um  gut gewaschen  im Quartier anzukommen.

Bilanz: 113 km, 2250 Höhenmeter

 

Tag 3 (Freitag):

Als Highlight stand an diesem Tag die schon angekündigte „‚Glockner-Ersatzfahrt“ am Programm. Es ging zum Monte Baldo rauf. Wir fuhren über den Passo S. Giovanni (kleinster Pass mit 287 Hm) bis Mori. Von dort radelten wir teils entlang des Etsch-Radweges bis nach Avio.

Knapp vor Avio hatten wir eine Zwangspause durch einen Platten von Harry. Dieser war so heftig, dass er einen neuen Reifen brauchte.  Dank netter Leute und deren Taxidienst wurde auch diese Hürde  überwunden.  Etwas länger gestärkt als geplant ging es dann flott in Richtung Monte Baldo – Anstieg. Gut 22 Kilometer und etwa 1650 Höhenmeter erwarteten uns ja. Anfangs noch etwas steiler,  wurde die Strecke dann immer angenehmer zu fahren.  Am Monte Baldo* (*ca 30 km langer Bergrücken am Gardasee – höchster Punkt 2218 m)  fuhren wir nach einer kurzen Abfahrt auf der Panoramastraße vorerst zur Aussicht „Gardasee“,  ehe es nochmals gut 250 Höhenmeter zu überwinden gab und es wieder rasant ins Etschtal runter bzw. heimwärts ging.

Bilanz: 143 Km, 2500 Hm

(Blick vom Monte Baldo auf den Gardasee)
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(10 Bergfinder am Monte Baldo)
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Tag 4 (Samstag):

Für diesen Tag zeichnet Willi verantwortlich. Er erzählte uns, dass es da im Norden – auf Höhe von Trentino – einen schönen Pass namens Monte Bondone (1650 m) gäbe. Dieser wäre  auch schon im Zuge des Giro befahren worden und würde uns sicher gefallen.

Höhenmeter? Da fragt doch keiner mehr, oder!. In gewohnter Manier wurden wir beim Frühstück von Hannes wieder mit Koordinaten für unsere Navis versorgt.

Nach einer ca 40 Kilometer langen Warmfahrphase im schönen Etschtal bis Trentino rauf gab es dann für 8 Bergfinder (Gerald und Herbert zogen eine flachere Etappe in den Weingärten vor“ vor) kein Zurück mehr.

„Am schönen Etschtal-Radweg Richtung Trentino“image

Wieder waren knapp 20 Kilometer  und  1400 Höhenmeter im Gang angesagt.  Mit schönen Blicken auf Trentino und die umliegenden Berge  wurde  auch diese  Passhöhe erreicht und der Monte Bondone in die Bergfinder-Sammlung aufgenommen. Als Belohnung gab es dann nach der Stärkung noch eine flotte Abfahrt und wunderschöne „Radweg-Trails“ durch die Weingärten bis nach Arco runter.

Bilanz: 120 Km, 1950 Hm

GESAMT:  430 Kilometer, 7350 Höhenmeter

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„Am Monte Bondone“

Abschließend bleibt mir nur zu sagen: Schönes Wetter, schöne Landschaft, viele Höhenmeter, etwas Schinderei 😉 (Dank „Schinda-Hannes“  und „Schinda-Willi“), nette Kameradschaft, Gardasee du warst eine Reise wert !

Sepp (jogad)